Validierung der Marktrisikomessung

Erst eine quantitative Validierung schafft Vertrauen in ein internes Risikomodell und die notwendige Akzeptanz innerhalb Ihres Instituts und gegenüber Prüfern, Regulatoren und Ratingagenturen. Das wichtigste Instrument für die Validierung der Marktrisikomessung ist das täglich durchzuführende Backtesting, welches bei einem internen Modell über den Zuschlagfaktor auch die Höhe des regulatorischen Kapitals bestimmt.

Aus unseren seit vielen Jahren bei der Einführung interner Modelle für Marktrisiken gesammelten Erfahrungen kennen wir die für die Qualität eines Risikomodells entscheidenden Faktoren und sind mit den Validierungsverfahren bestens vertraut.

Backtesting

Entscheidend für die Aussagekraft der Risikokennzahlen ist die Prognosegüte des Modells, welche täglich per Backtesting überwacht werden muss. Die Konzeption und Implementierung eines guten Backtesting-Verfahren ist anspruchsvoll und sollte aus unserer Erfahrung im Rahmen der Einführung eines Marktrisikomodells früh in Angriff genommen werden. Für unsere Kunden haben wir Backtesting-Verfahren konzipiert und praktische Erfahrungen in folgenden Bereichen gesammelt:

  • Berechnung der Clean P&L (auch "No Action P&L" oder "hypothetische P&L" genannt), welche die Grundlage für das Backtesting darstellt
  • Mark-to-Market konforme Backtesting-Verfahren und Backtesting für Teilanrechnungsbeträge
  • Berücksichtigung von Aging-Effekten im Backtesting, konsistent zur VaR-Berechnung
  • Technische Lösungen für das Backtesting bei heterogenen Front-Office-Systemarchitekturen
  • Überleitungsrechnung mit Drill-Down-Möglichkeiten zur Gegenüberstellung von ökonomischer P&L und Clean P&L und zur Erklärung der P&L sowie zur Erklärung von Veränderungen in den Risikokennzahlen.

Validierung des Risikomodells

Der Validierungsprozess muss alle Aspekte, welche die Prognosegüte des Modells maßgeblich beeinflussen können, überwachen. Dazu gehört neben der Überprüfung des eigentlichen Risikomodells auch eine Überprüfung der Bewertungsmodelle und der im Modell verwendeten Markt- und Stammdaten. Hier eine Auswahl von Themen, welche wir zur Validierung des Risikomodells bei unseren Kunden bearbeitet haben:

  • Durchführung von Portfolioanalysen, um zu überprüfen, ob die ausgewählten Risikofaktoren die preisbestimmenden Marktparameter angemessen abdecken, z.B. basierend auf Sensitivitätenanalysen oder durch Vergleich von Expected und Realized P&L
  • Konzeption und Implementierung von Portfolioanalyseverfahren zur regelmäßigen Durchführung von Angemessenheitsanalysen, inklusive Drill-Down für Sensitivitäten und Stresstests
  • Validierung des Risikomodells für Portfolios von komplexen Finanzinstrumenten, bei denen Kalibrierungsverfahren berücksichtigt werden müssen und stabile Sensitivitäten oft schwer zu bestimmen sind
  • Durchführung von Zeitreihenanalysen, um zu belegen, dass die gewählten stochastischen Modelle für individuelle Risikofaktoren angemessen sind
  • Durchführung von statistischen Analysen, um zu belegen, dass getroffenen Korrelationsannahmen angemessen sind

Validierung der Bewertungsmodelle

Die Bestimmung des Marktrisikos baut maßgeblich auf Bewertungsmodellen für die Finanzinstrumente auf. Voraussetzung für eine adäquate Marktrisikomessung sind daher angemessene Bewertungsverfahren für Finanzinstrumente. Hier können wir bei der Validierung auf unsere eigene Bewertungsbibliothek sowie ein Team von Spezialisten im Bereich Financial Engineering zurückgreifen.

Datenqualität

Das beste Modell kann kein adäquates Risiko bestimmen, wenn es mit schlechten Marktdaten, Stammdaten oder Positionsdaten versorgt wird. Daher ist die Sicherstellung einer hohen Datenqualität ein wichtiges Thema. Wir unterstützen Sie bei der Überprüfung Ihrer Datenquellen und der Qualität der bezogenen Daten.

Wir helfen Ihnen, aus der Vielzahl der verfügbaren Methoden und Varianten, die zur Validierung Ihres Risikomodells notwendigen und geeigneten Verfahren auszuwählen, zu implementieren und zuverlässig durchzuführen.

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