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Konzeption von Marktrisikomodellen
Die wachsende Komplexität der am Markt gehandelten Finanzinstrumente erfordert vielseitige und zum Teil komplexe Modellierungsansätze. Wir unterstützen Sie bei der Entwicklung eines Marktrisikomodells für Ihr Institut, das Sie bei der Steuerung Ihrer Risiken unterstützt und die regulatorischen Anforderungen aus den MaRisk und - falls Sie dies im Blick haben - auch der Solvabilitätsverordnung für interne Marktrisikomodelle erfüllt. Sie profitieren dabei von unserer langjährigen Erfahrung im Marktrisikoumfeld, insbesondere auch bei der Begleitung der Anmeldeprozesse zahlreicher interner Risikomodelle.
Definition der Risikoposition
Eine Marktrisikorechnung beginnt mit der Definition, welche Positionen mit welchen Risikoarten in die Risikorechnung eingehen sollen. Dabei ergeben sich zum Beispiel folgende Aufgaben:
- Einbindung verschiedener Handels- und Abwicklungssysteme
- Berücksichtigung von Schattenbeständen, internen Geschäften und Spätgeschäften
- Sicherstellung der Qualität der eingehenden Geschäfts-, Stamm-, Adress- und Marktdaten
Obwohl theoretisch einfach, erweist sich dieser Schritt in vielen Häusern mit heterogenen Systemlandschaften als komplex. Eine detaillierte Untersuchung und bereichsübergreifende Abstimmung der Prozesse ist deshalb unerlässlich.
Definition der Risikofaktoren
Die Modellierung des Marktrisikos beruht wesentlich auf den gewählten Risikofaktoren für Zinskurven, Spreads, Volatilitätsflächen, Aktien, Wechselkursen, Korrelationen und sonstigen Bewertungsparametern. Dabei müssen folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Adäquanz der Modellierung des Marktrisikos
- Qualität der verfügbaren Marktdaten
- Umfang des Berechnungsaufwandes
- Modellierung von allgemeinen und spezifischen Risiken
- Anwendung von Einzelfaktor-, Multifaktor- oder anderen Modellen
Risikomodell
Das marktübliche Maß zur Quantifizierung des Marktrisikos ist der Value-at-Risk. Zu seiner Bestimmung werden die Tagesrenditen des betrachteten Portfolios mit Hilfe folgender Techniken stochastisch modelliert:
- Analytische Verfahren (Delta-Normal, Delta-Gamma)
- Monte-Carlo-Simulation
- Historische Simulation
Bei der Abwägung der verschiedenen Verfahren sowie dem Einsatz von zusätzlichen Risikomaßen können Sie von unserer Erfahrung profitieren.
Stress- und Backtesting
Jede Marktrisikorechnung muss durch Backtesting statistisch validiert werden.
Stresstesting ergänzt die Value-at-Risk-Rechnung und macht die Auswirkungen seltener oder bisher noch nicht aufgetretener Ereignisse abschätzbar. Dafür sind wichtig:
- Konzeption und Umsetzung der Backtesting-Prozesse
- Überleitung von ökonomischer P&L und Backtesting-P&L
- Definition von historischen, synthetischen und volkswirtschaftlichen Stress-Szenarien
Wir helfen Ihnen durch Stress- und Backtesting nicht nur aufsichtsrechtliche Anforderungen zu erfüllen, sondern Ihre praktische Risikomessung zu verbessern.
Geschäftsprozesse des Marktrisikocontrollings
Häufig wird bei der Einführung eines neuen Marktrisikomodells die Wichtigkeit der Geschäftsprozesse unterschätzt. Eine erfolgreiche Umsetzung erfordert klar definierte Prozesse in den Bereichen:
- Marktrisikoreporting
- Back- und Stresstesting
- Risikoanalysen
- Modellvalidierung
- Limitierung und Risikosteuerung des Handels
Schlank und effizient gestaltete Prozesse eröffnen Ihrem Risikomanagement die Möglichkeit, Risiken nicht nur zu melden, sondern sie auch aktiv zu steuern.
Aufsichtsrechtliche Mindestanforderungen
Die Regulatoren stellen unter anderem in folgenden Punkten detaillierte Anforderungen an das Marktrisikocontrolling:
- Handelsunabhängigkeit der verwendeten Daten, Modelle und Prozesse
- Tägliches Reporting von Marktrisiko und P&L
- Konformität zwischen Marktrisikomessung und Marktrisikosteuerung
Wir helfen Ihnen, MaRisk, Solvabilitätsverordnung, Kreditwesengesetz und - für Asset Manager - die Derivateverordnung einzuhalten.
Gerne begleiten wir Sie auch bei der Anmeldung Ihres Marktrisikomodells zur regulatorischen Eigenmittelunterlegung.
Aktuelle Entwicklungen: Incremental Risks
Für Banken, die ihr internes Marktrisikomodell auch zur Unterlegung von besonderen Kursrisiken verwenden oder verwenden wollen, ergibt sich aus den Basel II-Anforderungen die Notwendigkeit, auch die sogenannten Incremental Risks auf Jahreshorizont zu modellieren und mit Eigenmitteln zu unterlegen. Die Modellierung der Incremental Risks bedeutet effektiv eine Integration von Markt- und Kreditrisiken und verlangt somit neue Modellierungsansätze, bei denen Details wie Constant Level of Risk, Liquiditätshorizont und Abhängigkeitsstrukturen zwischen Aktien- und Spreadveränderungen beachtet werden müssen. Wir unterstützen Sie in diesem Prozess bei
- der Analyse der aufsichtsrechtlichen Anforderungen
- der Auswahl eines Modellierungsansatzes
- der Analyse der Marktdatenquellen
- der Integration in Ihr bestehendes Risikomodell und Ihr Risikomesssystem
- der Verbindung von aufsichtsrechtlichen Anforderungen und interner Risikosteuerung im Rahmen Ihres ökonomischen-Kapital-Modells
- der Durchführung von Proberechnungen zur Abschätzung der Auswirkungen auf die Eigenmittelunterlegung


